Messfehlerabzug

Ein Messfehlerabzug bzw. Toleranzabzug wird nach jeder Messung eines Geschwindigkeitsverstoßes oder Abstandverstoßes vom festgestellten Wert des eingesetzten Gerätes zur Geschwindigkeits- oder Abstandmessung gemacht.

Dieses wird, je nach eingesetztem Gerät, entweder direkt automatisch vom Gerät selber oder durch einen Kontrollbeamten durchgeführt. Messfehlerabzüge können jedoch auch später durch ein Gericht erfolgen.

Der Abzug dient dazu etwaige Fehler bei der Messung zu kompensieren. Fehler können zum einen auf interne Ungenauigkeiten im Gerät beruhen, aber auch auf leichte Fehler bei der Bedienung zurückzuführen sein. Dieses gilt jedoch nur, wenn alle möglichen Folgen aus Fehlerquellen durch Gerät und Bediener innerhalb eines sehr eng bemessenen Toleranzbereichs liegen. Anderenfalls kommt keine wirksame Messung zustande.

Die gerätespezifischen Messfehlertoleranzen der aktuell eingesetzte Messgeräte zur Geschwindigkeitsmessung betragen üblicherweise:

  • Minus 3 km/h für Geschwindigkeiten unter 100 km/h
  • Minus 3 % für Geschwindigkeiten über 100 km/h (aufzurunden auf eine ganze Zahl).

Bei Geschwindigkeitsmessungen durch Nachfahren gelten jedoch höhere Toleranzwerte. Bei mobilen Videomessungen sind es in der Regel 5% des gemessenen Wertes, bzw. mindestens 5 km/h. Bei Fahrzeugen ohne spezielle Messeinrichtung oder ungeeichtem Tacho sind die abzuziehenden Toleranzabzüge noch mal um einiges höher. Diese können zum Teil bis zu 20 % betragen. Bei dem Einsatz eines geeichten Fahrtschreibers sind bis zu 10 % des abgelesenen Wertes abzuziehen.

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